Hinweise für Patienten
In einer Eilmeldung über den DPB-Newsletter PSO Kompakt hat der DPB nach Rücksprache mit Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats erste Hinweise für Patienten unter Efalizumab geben. Zwischenzeitlich gab die Deutsche Dermatologische Gesellschaft gemeinsam mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen eine Stellungnahme heraus. In dieser präzisiert die Fachgesellschaft wie die Umstellung auf andere Therapien bei Raptiva-Patienten erfolgen sollte.
Die Mechanismen des Auftretens der PML an alten Patienten in Zusammenhang mit der Behandlung mit Efalizumab sind unklar. Es gibt bislang keine schlüssige (kausale) Verbindung.
Effektivität, Wirkmechanismus und Nebenwirkungsspektrum von Efalizumab unterscheiden sich von denen anderer zugelassener Biologika. Es besteht deshalb kein Anlass, die Behandlung auch bei diesen anderen Biologika umzustellen. Es gilt weiterhin die Empfehlung der S3-Leitlinie zur Behandlung der Psoriasis. Biologika können bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingesetzt werden, bei denen andere systemische Therapien einschließlich Ciclosporin, Methotrexat und PUVA nicht angesprochen haben, kontraindiziert sind oder nicht vertragen wurden.
Achtung bei Wechsel der Therapie
Raptiva-Patienten sollten bei der Überleitung der Therapie folgendes beachten:
Die Umstellung bzw. Beendigung der Therapie mit Raptiva sollte nur durch einen in der Systemtherapie der Psoriasis erfahrenen Facharzt für Dermatologie erfolgen.
Für die Umstellung liegen keine Daten zu konkreten Handlungsschritten (Behandlungsalgorithmen) aus klinischen Studien vor. Alle Maßnahmen sind somit der individuellen Situation des Patienten anzupassen.
Nach Absetzen von Raptiva sind folgende Situationen zu unterscheiden:
a. Verschlechterung der Psoriasis
Maßnahme: Der weitere Verlauf ist abzuwarten. Bis zum Auftreten einer Verschlechterung kann ggf. ohne systemische Therapie behandelt werden
b. Langsam fortschreitende Verschlechterung
Maßnahme: Die Therapie sollte gemäß der S3-Leitlinie Psoriasis erfolgen, d.h. in der Regel stellt der Arzt die Medikation auf eine andere zugelassene systemische Therapie oder auch auf eine Phototherapie um.
c. Rasche oder starke Verschlechterung oder Rebound
Maßnahme: Der sofortige Einsatz eines rasch wirksamen Präparates ist zu empfehlen. Studiendaten zur Behandlung eines Rebounds liegen nur für Ciclosporin (3-5 mg/kg KG) und für Infliximab vor
Raptiva-Patienten sollen unbedingt auf das Auftreten neurologischer Symptome achten und bei entsprechendem Verdacht auf solche Symptome sofort den verordnenden Arzt aufsuchen, um gezielte neurologische Abklärung zu fordern.
letzte Aktualisierung am 01.04.2009